Stadt schickt Flüchtlingsfamilien aus Wohnungen in eine Sammelunterkunft!

Die Ärmsten der Armen werden gegen einander ausgespielt!

Noch vor Weihnachten müssen insgesamt 13 Flüchtlingsfamilien mit insgesamt 37 Kindern ihre kleinen Reihenhäuser am Hasseler Richtweg in Düsseldorf verlassen und in eine Sammelunterkunft – eine ehemalige Schule auf der Lacombletstraße – ziehen. Dort werden sie in Klassenzimmern untergebracht. Die sanitären Anlagen befinden sich in Containern auf dem Schulhof. Die Familien kommen u. a. aus Russland, aus Armenien, Irak und Mazedonien. Viele Kinder müssen zum wiederholten Male die Schule wechseln und verlieren eine beliebte Anlaufstelle, einen Kinder- und Jugendtreff am Hasseler Richtweg. In den Häusern am Hasseler Richtweg sollen Obdachlose aus der städtischen Notunterkunft Forststraße untergebracht werden.

Hier beginnt der eigentliche Skandal: Knapp 40 Menschen wohnen derzeit noch im städtischen Obdach auf der Forst- und Kleinstraße. Ihnen ist zum 31.10.2013 gekündigt worden. Ein privater Eigentümer vermietete die Wohnungen an die Stadt, diese wiederum nutzte die Wohnungen als Obdach für wohnungslose Menschen. Die Kündigungen sind rechtskräftig, eine neue Perspektive für die Menschen gab es bislang nicht. Das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum machte diese Zustände vor zwei Wochen öffentlich. Städtische Sozialpolitik in Düsseldorf sieht so aus, dass jetzt Obdachlose die Flüchtlinge verdrängen, die dann noch schlechter untergebracht werden. Gerade erst hat die Stadt Liegenschaften und Grundstücke für über 60 Millionen Euro verkauft. Seit Jahren baut die Stadt Notunterkünfte für Obdachlose und Flüchtlinge kontinuierlich ab. Von ehemals 2500 Plätzen für Obdachlose gibt es z. Zt. noch etwa 500.

„Hier werden die Ärmsten der Armen gegen einander ausgespielt und das in einer reichen Stadt wie Düsseldorf. Ein unsoziales und unchristliches Verhalten legt die Stadt hier an den Tag“, kritisiert die Sozialarbeiterin von STAY!, Nicole Tauscher. „Die vielen Kinder werden jetzt Weihnachten in einem leeren Klassenzimmer verbringen und nicht in einer eingerichteten Wohnung.“

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