​Protestkundgebung gegen die aktuelle Flüchtlingspolitik am Mittwoch, den 19.6.2019

Protestkundgebung gegen die aktuelle Flüchtlingspolitik am Mittwoch, den 19.6.2019 um 12 Uhr gegenüber des NRW-Innenministeriums auf dem Kirchplatz in Düsseldorf-Bilk

STAY! Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative e.V., Flüchtlinge Willkommen in Düsseldorf e.V. und Flüchtlingsrat Düsseldorf e.V. rufen anlässlich des Weltflüchtlingstag am 20.6.2019 zu der Kundgebung auf. Denn die nordrhein-westfälische Landesregierung, das NRW-Innenministerium und das NRW-Ministerium für Flüchtlinge sind mitverantwortlich für einen weiteren Schritt der massiven Entrechtung geflüchteter Menschen in Deutschland.

Am Montag, den 11.Juni wurde im Bundestag das sogenannte „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“ von Bundesinnenminister Seehofer gemeinsam von CDU/CSU und SPD verabschiedet, das auf Ausgrenzung und Entrechtung abzielt und nach Ansicht verschiedener Menschenrechtsorganisationen massiv gegen Grund- und Menschenrechte verstößt. Das Gesetz beinhaltet unverhältnismäßige Sanktionen, weitet die Haftgründe für Betroffene massiv aus und verhindert die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben dauerhaft. Menschen, die keinerlei Möglichkeit haben ihre Identität nachzuweisen, werden mit zwingenden Arbeitsverboten, Residenzpflicht und Integrationsverboten weitgehend entrechtet.

NRW-Flüchtlingsminister Stamp hatte bereits im April 2019 zusammen mit der Landesregierung beschlossen, das „Aufnahmesystem zur Steuerung von asylsuchenden Flüchtlingen in Nordrhein-Westfalen“ umzustellen. Dies soll durch einen dreiteiligen Stufenplan umgesetzt werden, der u.a. die Ausweitung der Unterbringung in Landeseinrichtungen bis zu Entscheidung des BAMFs, beschleunigte Verfahren, Ausweitung der Abschiebungen nach Dublin III sowie die Ausweitung der Abschiebungen von abgelehnten Asylbewerber*innen generell vorsieht.

Am 12.6.2019 trafen sich zudem die Innenminister der Länder, um u.a. eine drastische Ausweitung der Abschiebungen geduldeter Menschen aus Afghanistan zu diskutieren. Bisher sind es einzelne Bundesländer (Bayern und Sachsen), die auch nicht straffällig gewordene afghanische Flüchtlinge abschieben. Die meisten anderen Bundesländer schieben offiziell „nur“ Straftäter oder sogenannte „Gefährder“ nach Afghanistan ab. Außerdem soll nun der Abschiebestopp nach Syrien und in den Sudan überprüft werden.

Wir fordern

  • den Bundespräsidenten Steinmeier auf, dem Gesetzespaket nicht zuzustimmen!
  • die Rücknahme dieses menschenrechtswidrigen Gesetzespaketes
  • einen konsequenten Abschiebestopp nach Afghanistan, Irak, Syrien und Sudan
  • eine Aussetzung der Dublin III-Abschiebungen nach Italien, Griechenland und Bulgarien
  • ein Ende der europäischen Abschottungspolitik und die Umsetzung der Pflicht zur Seenotrettung
  • eine Hinwendung zu einer humanitären Flüchtlingspolitik, die die Menschenwürde und die Menschenrechte der Flüchtlinge in den Mittelpunkt stellt

Kommt zahlreich, verbringt eure Mittagspause mit uns und verbreitet diesen Aufruf weiter!

Junger Geflüchteter bei Begabtenförderung ausgezeichnet

Im Rahmen unserer Arbeit unterstützen und begleiten wir auch Jugendliche und junge Erwachsene mit Fluchthintergrund bei Schulbesuch und beruflicher Ausbildung. Und so freuen wir uns sehr, dass einem von ihnen eine besondere Auszeichnung zuteil wurde.

Richard (rechts im Bild), der vor einigen Jahren nach Deutschland kam und eine Ausbildung zum Maler macht, konnte vergangenen Monat seine Abschlussarbeit im Rahmen der Begabtenförderung 2019 präsentieren. „Wir suchen uns jedes Jahr die Azubis heraus, die überragende Leistungen erbracht haben“, erklärte Hans Voß, Leiter des Berufsbildungs- und Technologiezentrums bei der Präsentation.

Artikel bei RP Online

Artikel der Maler- und Lackiererinnung

Wir gratulieren Richard und den weiteren Teilnehmer*innen ganz herzlich zu dieser Auszeichnung.

 

Fußball verbindet – COSMO United vs. COSMO Allstars

Zu einem Fußballspiel der besonderen Art kam es vergangene Woche, als junge Geflüchtete aus Düsseldorf gegen das COSMO-Allstar-Team aus Köln antraten. Die Jugendlichen aus Düsseldorf trainieren Woche für Woche im Rahmen des Bündnisses “Willkommen im Fußball” – einem gemeinsamen Projekt von Fortuna Düsseldorf, SG Benrath-Hassels und STAY!

COSMO / WDR haben dieses Spiel initiiert, zahlreiche Prominente gewinnen können und umfassend für Radio und TV begleitet:

Vorbericht Audio COSMO

Video COSMO

Video Lokalzeit auf WDR

Willkommen im Fußball

Kaum noch Spenden für Geflüchtete. Düsseldorfer Vereine beklagen starken Rückgang an Geldern und Hilfsbereitschaft

aus der NRZ von Philipp Rose:

Als im Jahr 2015 rund eine Million Geflüchtete und Migranten nach Deutschland kamen, war die Hilfsbereitschaft riesig. Tausende Geflüchtete kamen auch nach Düsseldorf, wo viele Ehrenamtliche ihre Mitmenschen mit dem Nötigsten versorgten. Von der Hilfsbereitschaft ist knapp vier Jahre später jedoch kaum noch etwas zu spüren. So beklagen mehrere Düsseldorfer Vereine, die Flüchtlingsarbeit leisten, einen starken Rückgang an Spenden und Ehrenamtlichen.

„Wir bekommen derzeit rund 80 Prozent weniger Spenden als in den Jahren 2014 und 2015“, sagt Oliver Ongaro, Vorstand der Flüchtlingsinitiative Stay. Ab 2016 seien die Beiträge massiv eingebrochen. „Davor bekamen wir oft Gelder aus Charity-Veranstaltungen, zudem spendeten viele Unternehmen gerne“, so Ongaro. Doch mittlerweile bekomme man kaum noch Anfragen bei Stay. Ein Großteil der Spenden gehe nun eher an Obdachlosenhilfen – die natürlich ebenfalls viel Unterstützung brauchten, merkt Ongaro an.
Den Rückgang des Engagements erklärt sich der Vorsitzende der Initiative durch die anhaltend negative Bewertung der Flüchtlingssituation: „Teile der Politik verunglimpfen Organisationen wie unsere als Anti-Abschiebe-Industrie. Über Geflüchtete wird allgemein fast nur Negatives berichtet“. Im Jahr brauche Stay rund 100.000 Euro für Räumlichkeiten und Personal. Staatlich finanziert werden wolle man aber nicht: „Wir wollen uns politisch nicht abhängig machen“, so Ongaro.
Auch im Welcome-Center am Hauptbahnhof machen sich mangelnde Spenden bemerkbar: „Seit drei Jahren helfen wir dort Geflüchteten in allen Lebensbereichen, bis Januar dieses Jahres konnten wir uns über Spenden finanzieren“, sagt Hildegard Düsing-Krems, Vorsitzende des Vereins Flüchtlinge Willkommen in Düsseldorf, der das Center betreibt. Derzeit finanziere man sich zu einem guten Teil mit Geldern der Landesregierung.
Die Zahl der Geflüchteten ist zwar stark rückläufig, doch laut Düsing-Krems fange jetzt ein entscheidender Schritt an: „Am Anfang brauchten wir jede Hilfe, wie etwa Klamottenspenden. Doch jetzt geht es in die richtige Integration. Wir vermitteln jede Woche Geflüchtete in Arbeit, geben Rechtsberatung und helfen bei Behördengängen“. Viele Juristen würden sich im Welcome-Center engagieren: „Derzeit brauchen wir neben Spenden vor allem Spezialisten“, so die Vereinsvorsitzende.