Junger Geflüchteter bei Begabtenförderung ausgezeichnet

Im Rahmen unserer Arbeit unterstützen und begleiten wir auch Jugendliche und junge Erwachsene mit Fluchthintergrund bei Schulbesuch und beruflicher Ausbildung. Und so freuen wir uns sehr, dass einem von ihnen eine besondere Auszeichnung zuteil wurde.

Richard (rechts im Bild), der vor einigen Jahren nach Deutschland kam und eine Ausbildung zum Maler macht, konnte vergangenen Monat seine Abschlussarbeit im Rahmen der Begabtenförderung 2019 präsentieren. „Wir suchen uns jedes Jahr die Azubis heraus, die überragende Leistungen erbracht haben“, erklärte Hans Voß, Leiter des Berufsbildungs- und Technologiezentrums bei der Präsentation.

Artikel bei RP Online

Artikel der Maler- und Lackiererinnung

Wir gratulieren Richard und den weiteren Teilnehmer*innen ganz herzlich zu dieser Auszeichnung.

 

Fußball verbindet – COSMO United vs. COSMO Allstars

Zu einem Fußballspiel der besonderen Art kam es vergangene Woche, als junge Geflüchtete aus Düsseldorf gegen das COSMO-Allstar-Team aus Köln antraten. Die Jugendlichen aus Düsseldorf trainieren Woche für Woche im Rahmen des Bündnisses “Willkommen im Fußball” – einem gemeinsamen Projekt von Fortuna Düsseldorf, SG Benrath-Hassels und STAY!

COSMO / WDR haben dieses Spiel initiiert, zahlreiche Prominente gewinnen können und umfassend für Radio und TV begleitet:

Vorbericht Audio COSMO

Video COSMO

Video Lokalzeit auf WDR

Willkommen im Fußball

Kaum noch Spenden für Geflüchtete. Düsseldorfer Vereine beklagen starken Rückgang an Geldern und Hilfsbereitschaft

aus der NRZ von Philipp Rose:

Als im Jahr 2015 rund eine Million Geflüchtete und Migranten nach Deutschland kamen, war die Hilfsbereitschaft riesig. Tausende Geflüchtete kamen auch nach Düsseldorf, wo viele Ehrenamtliche ihre Mitmenschen mit dem Nötigsten versorgten. Von der Hilfsbereitschaft ist knapp vier Jahre später jedoch kaum noch etwas zu spüren. So beklagen mehrere Düsseldorfer Vereine, die Flüchtlingsarbeit leisten, einen starken Rückgang an Spenden und Ehrenamtlichen.

„Wir bekommen derzeit rund 80 Prozent weniger Spenden als in den Jahren 2014 und 2015“, sagt Oliver Ongaro, Vorstand der Flüchtlingsinitiative Stay. Ab 2016 seien die Beiträge massiv eingebrochen. „Davor bekamen wir oft Gelder aus Charity-Veranstaltungen, zudem spendeten viele Unternehmen gerne“, so Ongaro. Doch mittlerweile bekomme man kaum noch Anfragen bei Stay. Ein Großteil der Spenden gehe nun eher an Obdachlosenhilfen – die natürlich ebenfalls viel Unterstützung brauchten, merkt Ongaro an.
Den Rückgang des Engagements erklärt sich der Vorsitzende der Initiative durch die anhaltend negative Bewertung der Flüchtlingssituation: „Teile der Politik verunglimpfen Organisationen wie unsere als Anti-Abschiebe-Industrie. Über Geflüchtete wird allgemein fast nur Negatives berichtet“. Im Jahr brauche Stay rund 100.000 Euro für Räumlichkeiten und Personal. Staatlich finanziert werden wolle man aber nicht: „Wir wollen uns politisch nicht abhängig machen“, so Ongaro.
Auch im Welcome-Center am Hauptbahnhof machen sich mangelnde Spenden bemerkbar: „Seit drei Jahren helfen wir dort Geflüchteten in allen Lebensbereichen, bis Januar dieses Jahres konnten wir uns über Spenden finanzieren“, sagt Hildegard Düsing-Krems, Vorsitzende des Vereins Flüchtlinge Willkommen in Düsseldorf, der das Center betreibt. Derzeit finanziere man sich zu einem guten Teil mit Geldern der Landesregierung.
Die Zahl der Geflüchteten ist zwar stark rückläufig, doch laut Düsing-Krems fange jetzt ein entscheidender Schritt an: „Am Anfang brauchten wir jede Hilfe, wie etwa Klamottenspenden. Doch jetzt geht es in die richtige Integration. Wir vermitteln jede Woche Geflüchtete in Arbeit, geben Rechtsberatung und helfen bei Behördengängen“. Viele Juristen würden sich im Welcome-Center engagieren: „Derzeit brauchen wir neben Spenden vor allem Spezialisten“, so die Vereinsvorsitzende.

Syrische Mutter nach drei Jahren wieder mit Kindern vereint

von Christoph Borschel/Express

Ihr Schicksal steht stellvertretend für viele andere Menschen, die aus ihrem Heimatland vor dem Krieg flüchten mussten und in Deutschland Schutz gesucht haben. Vor ziemlich genau drei Jahren kam Rajaa Kabtoul aus Syrien nach Deutschland. Ihre Kinder musste sie zurücklassen. Seit Freitag ist die Familie wieder vereint.
Es ist 6.04 Uhr am Düsseldorfer Flughafen. Draußen ist es noch dunkel und kalt, die Stadt ist noch ein gutes Stück davon entfernt, erwacht zu sein. Nicht so vor Gate 6 im Ankunfts-Bereich.Hier steht Rajaa Kabtoul und wartet sehnsüchtig auf die Ankunft des Germania-Fluges ST2995 aus Beirut. Immer wieder guckt sie nervös auf die Anzeigetafel am Airport.

Vor drei Jahren Flucht aus Syrien
In dem sehnsüchtig erwarteten Flieger sitzen ihre beiden Kinder. Seit sie vor drei Jahren ihr Heimatdorf nahe Damaskus in Syrien verlassen musste, hat sie ihre beiden Liebsten nicht mehr gesehen. Damals waren ihre Tochter Emam gerade einmal sieben Jahre alt, ihr Bruder Momen acht. Die gelernte Buchhalterin Rajaa Kabtoul hatte eigentlich damit gerechnet, ihren Mann und ihre Kinder zeitnah zu sich zu holen. Doch das Schicksal spielte ihr übel mit: Ihr Mann starb durch eine Panzergranate, und die Bundesregierung gab den lauten Stimmen von rechts nach und setzte den Familiennachzug aus.
Die Kinder mussten drei Jahre mitten im Kriegsgebiet leben – ohne Eltern. Der Großvater kümmerte sich um sie, konnte nach einer ALS-Erkrankung aber nicht mehr helfen. Ein Onkel versorgte die Kinder zuletzt.

Die letzten Minuten vergehen schleichend
Um exakt 7 Uhr, nach 55 quälend langen Minuten durchbricht auf einmal ein lauter Aufschrei die angespannte Stille im Ankunftsbereich. Zwischen Geschäftsleuten und Passanten stürzt Rajaa Kabtoul ihren Kindern, die soeben den Zoll-Bereich verlassen haben, entgegen. Sie umarmt sie, lässt sich minutenlang nicht mehr los. Nicht nur bei ihr kullern die Tränen. „Ich habe keine Worte für das, was ich gerade empfinde. Es ist so schön.“
Rajaa ist eine von 1000 Flüchtlingen mit subsidiären Schutz, die ihre Kinder zu sich holen dürfen. Mehr dürfen die Behörden monatlich nicht ins Land lassen. Dass sie ihre Kinder nun wieder in die Arme schließen darf, verdankt sie zu einem Großteil auch der Düsseldorfer Flüchtlings-Initiative „Stay“.

Große Hilfe von „Stay“
Oliver Ongaro und Haitam Khalil hatten im Vorfeld alle Kontakte angezapft, die sie durch die lange Arbeit der Organisation haben. Am 6. Dezember war das Visum für die Kinder fix – und damit die letzte Hürde genommen. „Es geht darum, zu begreifen, was für Schicksale hinter den harten Zahlen stecken“, sagt Ongaro. Für Rajaa Kabtoul und ihre Kinder wird der 14. Dezember für immer in Erinnerung bleiben. „Advent“ bedeutet übrigens Ankunft – sehr passend!

Kommentar von Christoph Borschel/Express

Artikel von report-d

WDR Lokalzeit