Aktuelles
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Support
stay!
Mit dem
Kauf eines T-Shirts könnt Ihr unsere Arbeit unterstützen. Das
Bild gibt es im
Original als Schild an der US-mexikanischen Grenze. Dort warnt es
Autofahrer
vor illegal eingereisten MigrantInnen, die auf der Flucht vor das Auto
rennen könnten.
Auf
dem T-Shirt ist es deshalb bewusst mit den Satz refugees welcome
(Flüchtlinge
willkommen)
umrahmt.
Außerdem
ist refugees welcome ein von Fortuna Fans ins Leben gerufenes Projekt,
bei dem in Zusammenarbeit mit stay! unbegleiteten minderjährigen
Flüchtlingen
als Gruppe ermöglicht wird, Spiele von Fortuna Düsseldorf besuchen zu
können.
Die
T-Shirts
könnt Ihr unter info@stay-duesseldorf.de
in den Größen XXL, XL, L. M, S, XS
und im Ladylook (tailliert) in
den Größen S,
M, L in den Schriftzugsfarben
ocker und weiß (auf schwarzem T-Shirt) bei uns
bestellen. Ein T-Shirt kostet:
Solipreis 15 ¤
(Normalpreis 12 ¤) + 1,45¤
Versandkosten.
Außerdem
ist es während der Öffnungszeiten bei stay! erhältlich.
stay! wird rein aus Spenden finanziert, jede noch so kleine Spende ist
enorm wichtig für unsere Arbeit!!!
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| Schwangere
Illegale: Aus Angst nicht zum Arzt
Flüchtlingsinitiative:
Bei „Stay!“ melden sich immer mehr
schwangere Frauen, die aus Angst vor der Abschiebung allein entbinden
wollen.
Als Mariama W. aus Gambia durch die
Glastür in der Hüttenstraße 150 kam, war sie im achten Monat schwanger
und
lebensbedrohlich krank: In ihrem Bauch wuchs ein Tumor. Trotzdem traute
sich
die junge Frau nicht, zum Arzt zu gehen. Mariama W. war illegal in
Deutschland,
eine papierlose Einwanderin. Deshalb wandte sie sich an die
Flüchtlingsinitiative Stay! in der Hüttenstraße. Inzwischen wurde
Mariama
operiert, ihr Leben ist gerettet. Ihr kleiner Sohn Basiru ist jetzt
sechs
Monate alt. Und: Mariama W. hat endlich eine Aufenthaltsgenehmigung.
Sie ist
zufrieden – obwohl sie und ihr Sohn sich noch immer eine
50-Quadratmeter-Wohnung mit vier anderen Menschen teilen.
Bis sechs Wochen vor der
Geburt werden Frauen noch abgeschoben
Es sind unglaubliche
Geschichten, die Sozialarbeiterin Nicole Tauscher von Stay! in den zwei
Jahren
seit der Gründung gehört hat. Erst vor zwei Wochen kam eine
Hochschwangere aus
Ghana, die in Düsseldorf zur Prostitution gezwungen und von einem
Freier
geschwängert wurde. Es sind Geschichten, die mitten in Düsseldorf
spielen – die
aber kaum jemand bemerkt, weil die Protagonisten sich aus Angst
verstecken, in
ihre Heimatländer abgeschoben zu werden. „Und abgeschoben wird bis
sechs Wochen
vor dem Entbindungstermin“, sagt Nicole Tauscher. Mariama W. und Basiru
hätte
das wohl ihr Leben gekostet.
Die Schätzungen, wie viele illegale
Migranten in Deutschland leben,
reichen von 500000 bis 1,5Millionen. Die Stay!–Mitarbeiter haben davon
abgeleitet, dass im Ballungsraum 50 Kilometer rund um Düsseldorf
mindestens
100000 Illegale leben.
350 Menschen berät Stay!
pro Jahr – Tendenz steigend. Und besonders stark nehme derzeit die Zahl
schwangerer Frauen zu, die sich verzweifelt an die Initiative wenden.
Hilfe
bekommen die Frauen nicht nur beim Gang zu den Ausländerbehörden,
sondern auch
direkt medizinisch. Uni-Kinderarzt Alex Rosen leitet das Düsseldorfer
Medinetz,
das mit Stay! zusammenarbeitet. 20 Mediziner engagieren sich
ehrenamtlich in
der Beratung. Zudem gebe es Frauenärzte und Krankenhäuser, die
Papierlose
anonym und zur Not kostenlos behandelten.
„Ich hätte nicht gewusst,
was ich ohne dieses Angebot getan hätte“, sagt DritaS. (34). Die Liebe
brachte
sie vom Kosovo nach Düsseldorf, sie wurde schwanger. Zurück konnte sie
nicht:
Da der Vater ihres Kindes einer anderen Volksgruppe angehört, wurde
Drita S.
von ihrer Familie bedroht. Wie viele andere Frauen hätte sie den
kleinen Admir
ohne die Hilfe von Medinetz wohl allein zu Hause bekommen.
„Das darf nicht sein“, sagt
Stay!-Mitbegründer Oliver Ongaro. Jede Frau, egal ob legal oder illegal
in
Deutschland, müsse das Recht auf eine ordentliche Geburt haben. Aber ob
Stay!
weiterarbeiten könne, stehe auf der Kippe: Die Spenden reichen immer
nur ganz
knapp. „Die medizinische Flüchtlingshilfe in Bochum bekommt Gelder von
der
Stadt“, sagt Ongaro. In Düsseldorf sei das allerdings nicht in Sicht.
von
Juliane
Kinast (WZ 10.6.2010)
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Drita S. brachte Sohn Admir
nicht allein zur
Welt –
dank Nicole Taucher (l.) und Arzt Alex Rosen.
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2. stay!
Symposium: Flüchtlings-
und Migrantenmedizin
"Die weibliche Seite der Migration"
12.
Juni 2010
9:00-16:00
Roy Lichtenstein Saal
Uni D'dorf
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Protest
gegen Abschiebungen
Verschiedene
Organisationen und Politiker haben gestern Vormittag
am Flughafen dagegen
protestiert, dass ehemalige Bürgerkriegsflüchtlinge
in den
Kosovo
abgeschoben werden. Der Anlass: Gestern
ging ein Flug von
Düsseldorf ab, mit dem Flüchtlinge nach Pristina
gebracht
wurden. Seit September 2009 schiebt Deutschland
in das ehemalige
Bürgerkriegsland ab - in ein Land, das darauf
anscheinend
schlecht vorbereitet ist. Nach Aussage des Hohen
Flüchtlingskommissars
der Vereinten Nationen (UNHCR) sind die
Minderheiten im Kosovo
nicht sicher: Vor allem Roma und die
Kosovo-Ägypter würden diskriminiert
und bedroht. "Dennoch schiebt das
Innenministerium dorthin ab", so Monika Düker,
Landtagsabgeordnete der Grünen.
"Die stehen im Kosovo buchstäblich vor dem
Nichts: Keine
Wohnung, keine Arbeit, keine Schule. Die
Sammelabschiebungen sind
unmenschlich." Die Forderung nach einem
Abschiebestopp
wird von der Düsseldorfer Diakonie und der
Flüchtlingshilfe
"Stay!" sowie dem Initiativkreis Armut und den
Müttern
für den Frieden unterstützt. Christian Arnold
von der
Diakonie: "Etwa 11000 Flüchtlinge sind in ganz
Deutschland
betroffen. Sie leben schon lange hier, die
Kinder sind hier
geboren."
Die Rückkehrprojekte, die Deutschland
mit dem Kosovo vereinbart habe, gälten nur für
diejenigen, die
freiwillig ausreisten - und sie bildeten auch
nur einen Übergang
für ein halbes Jahr. Thomas Wagner von "Stay!":
"Das
ist keine Lösung, hier werden Kinder und Kranke
abgeschoben, die im Kosovo
nicht versorgt werden." Eine Lösung gibt es auch
für die
Düsseldorfer Familie Idic nicht: Der Vater muss
Ende März wieder
ausreisen; sein Visum läuft aus. Mutter und
Kinder
profitieren von der neuen Bleiberechtsregelung
bis Ende 2011.
An den friedlichen Protesten
gegen die
Abschiebungen beteiligten sich auch die
Antifa-Kok und die linke
Ratsfraktion. Die Polizei sprach von 30
Demonstranten.
(Rheinische
Post vom 18.3.2010)
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Vlasta Idic darf
nicht in Deutschland bei seiner
Familie bleiben!
Trotz
wirtschaftlicher
Voraussetzungen verbieten
deutsche Behörden den dauerhaften Aufenthalt!
Vor
vier Jahren
sollte die Roma-Familie Idic nach Serbien abgeschoben werden. Sie lebte
seit
über 15 Jahren in Deutschland, die meiste Zeit davon in
Düsseldorf-Bilk. Der
Vater, Vlasta Idic, wurde bereits im November 2005 nach Serbien
abgeschoben.
Die Mutter mit vier Kindern bekam nach über eineinhalb Jahren
Kirchenasyl in
verschiedenen katholischen und evangelischen Kirchengemeinden und durch
das
Einsetzen der Altfallregelung ein Bleiberecht. Der Fall erregte damals
bundesweit Aufsehen, weil er als Präzedenzfall für den Umgang mit
ehemaligen
Bürgerkriegsflüchtlingen galt.
Nach fünf
Jahren konnte nun Vlasta Idic
(44) aufgrund der neuen Eu-Visa-Vorschriften zum
ersten Mal seine Familie in Düsseldorf
besuchen, allerdings nur für 90 Tage. Dann muss er wieder ausreisen.
Ein
dauerhafter Aufenthalt wird ihm von der deutschen Botschaft und der
Ausländerbehörde Düsseldorf untersagt. Obwohl das Einkommen der
Familie inzwischen
hoch genug ist, um die wirtschaftlichen Kriterien für den
Familiennachzug des
Vaters und Ehemanns zu erfüllen.
„Da werden
Familien auseinander gerissen, die 15 Jahre in Deutschland gelebt
haben. Und
dann verbietet man ihnen für immer, wieder als Familie hier zusammen zu
leben“,
so Oliver Ongaro von stay! - Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative, "das
ist
nicht nur schlimm, dass ist beschämend für unsere Gesellschaft.“
Wir appellieren an die Deutsche Botschaft
und die
Ausländerbehörde Düsseldorf, Vlasta Idic
einen unbefristeten Aufenthalt zu gewähren.
Das Zuhause von Vlasta
Idic ist in
Düsseldorf bei seiner Familie!
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Familienvater
darf nicht bleiben
(wber) Seit
fünf Jahren lebt die fünfköpfige Roma-Familie Idic aus Serbien getrennt
von
ihrem Vater Vlasta Idic (44) in Düsseldorf. Und dies, obwohl das
Einkommen der
Familie mit rund 3000 Euro hoch genug ist, um die wirtschaftlichen
Kriterien
für den Familiennachzug des Vaters und Ehemanns zu erfüllen und sie
nicht auf
Unterstützung angewiesen ist. Tochter Semra Idic: "Es ist sehr schwer
für
uns alle, ohne unseren Vater zu leben. Wir wissen nicht, wie wir das
weiter
schaffen können". Die 21-jährige
pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte, die ein Aufsehen erregendes
Buch über
das Schicksal ihrer Familie geschrieben hat, macht klar: "Düsseldorf
ist
unsere Heimat. Wir sind hier
gut integriert, sprechen alle Deutsch und fallen der Bundesrepublik
Deutschland
finanziell nicht zur Last."
Jetzt traf
sie sich mit ihrem Vater nach längerer Zeit wieder bei der
Flüchtlingsinitiative "stay" an der Hüttenstraße. Vlasta Idic ist für
einige Wochen in Düsseldorf. Als Tourist darf er drei Monate bei seiner
Familie
bleiben. Aber die deutschen Behörden verbieten ihm den dauerhaften
Aufenthalt.
Idic: "Ich verstehe es
nicht. Ich habe sogar die Zusage für eine feste Anstellung in
Düsseldorf beim Sicherheitsunternehmen
Köther-Security." Vor vier Jahren sollte die ganze Familie nach Serbien
abgeschoben
werden. Sie lebte seit über 15 Jahren in Deutschland. Vater Vlasta Idic
wurde
dann im November 2005 nach Serbien abgeschoben. Die Mutter mit vier
Kindern
bekam nach über eineinhalb
Jahren Kirchenasyl ein Bleiberecht. Der Fall erregte damals bundesweit
Aufsehen, weil er als Präzedenzfall für den Umgang mit ehemaligen
Bürgerkriegsflüchtlingen galt.
Nach fünf
Jahren konnte nun Vlasta Idic (44) aufgrund neuer EU-Visa-Vorschriften
zum
ersten Mal seine Familie besuchen, allerdings nur für 90 Tage. Ein
dauerhaftes
Aufenthaltsrecht will ihm die Deutsche Botschaft in Belgrad nicht
erteilen. Oliver
Ongaro von "stay": "Der Fall wird von den zuständigen Behörden
hin und her geschoben." So bleibt Vlasta Idic derzeit nur, alle drei
Monate als Tourist nach Deutschland einzureisen. Damit sind jeweils
erhebliche
Kosten verbunden. Oder aber das Bundesverfassungsgericht, das sein
Anwalt jetzt
anrufen will, entscheidet doch noch für eine
Daueraufenthaltsgenehmigung des Familienvaters.
Ongaro: "Der Fall Idic ist beschämend für unsere Gesellschaft."
(Rheinische
Post vom 11.3.2010)
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Ein Abend
für Flüchtlinge
Lecker
Essen und Trinken – sich austauschen – diskutieren – informieren
Jeden 1.
Mittwoch im Monat 3.2./3.3./7.4.
ab 19
Uhr
am
Mittwoch, 3.2. mit Rechtsanwalt Markus Rottmann
Eintritt
frei
Linkes
Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 108, Düsseldorf-Bilk
Kein mensch
ist illegal – Bleiberecht für alle!
antirassistisches Netzwerk Düsseldorf
Una tarde para
refugiados
comer y beber bien – intercambiar experiencias –
discutir – informarse
cada primer miércoles del
mes: 03/02, 03/03, 07/04; a partir de
las 19 horas
el
miércoles 3 de febrero con el abogado Markus Rottmann
entrada
libre
Linkes
Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 108, Düsseldorf-Bilk
(centro
izquierdista „Hinterhof“)
Ninguna
persona es ilegal - ¡Derecho de permanencia para todos!
red
antiracista Düsseldorf
evening for refugees
tasty food and drinks – get in contact – discuss – get
information
first Wednesday of each month: 3-2, 3-3, 7-4; starts
at 7 p.m.
Special on Wednesday, 3 February with lawyer Markus
Rottmann
free
entrance
Linkes
Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 108, Düsseldorf-Bilk
(leftist
centre „Hinterhof“)
No one is illegal – right of residence for
everybody!
antiracist
network Düsseldorf
Une soirée pour les réfugiés Un bon repas, des boissons - parler - disctuer - s'informer Le 1er mercredi du mois 3.2/3.3/7.4 à partir de 19 heures Mercredi 3.2 avec Markus Rottmann, avocat Entrée libre Linkes Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 108, Düsseldorf-Bilk Personne n'est illégal | Droit de séjour pour tous! Réseau de Düsseldorf contre le racisme
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Änderung der
Öffnungszeiten ab 1.1.2010
Freitag 13 - 15 Uhr (bisher
10 - 12 Uhr)
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Informations-
und Diskussionsveranstaltung
„
…und ich muss wieder weg!“
Ehemalige
Bürgerkriegsflüchtlinge werden nach Jahrzehnte langem Aufenthalt in
Deutschland
wieder abgeschoben.
Die „Altfallregelung“ für langzeitgeduldete Flüchtlinge läuft
Anfang Januar aus und es drohen Massenabschiebungen in den Kosovo. Über
Deutschland als Einwanderungsland, verhinderte Integration und die
Möglichkeiten zivilgesellschaftlichen Protestes gegen Abschiebungen
diskutieren:
Monika
Düker, MdL die Grünen
Jens
Dieckmann, Rechtsanwalt für Asyl- und Ausländerrecht
Vlasta
Idic, ehem. Bürgerkriegesflüchtling, nach über 17 Jahren aus
Deutschland
abgeschoben.
Thorsten
Nolting, Diakoniepfarrer aus Düsseldorf
Frank Laubenburg,
Vorsitzender der Fraktion die LINKE im Stadtrat
Sonntag,
10.1. 17 Uhr zakk
stay! und balkan beatz presents
Gypsy Balkan Live Konzert
Solikonzert
zur Unterstützung von Abschiebung bedrohter Menschen.
Vlasta
Idic - virtuos an Trompete und
Posaune - (Düsseldorf)
Absinto
Orkestra - feurig-expressiv
und euphorisierend - (Mainz)
eleganCi - Gypsis on speed - (Köln)
Sonntag,
10.1. 20 Uhr zakk (Club)
|
Absinto Orkestra
eleganCi
Vlasta Idic
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In
Düsseldorfer Kinos: Spot gegen Abschiebung
Mit dem Kinderreim „Ene mene miste“
verdeutlicht die Flüchtlingshilfe
„Stay“ die Abschiebepraxis in Deutschland. In einem Werbespot der
Organisation
wird der neunjährige Faisal ausgezählt: Er muss das Land verlassen.
Der
Werbespot soll den Zuschauern des Ufa-Palastes am Hauptbahnhof und der
Programmkinos die Situation von Flüchtlingen und vor allem deren
Kindern vor
Augen führen. Er wurde von der Agentur Mc Cann Erickson gedreht und
wird von
den Franziskanern und Kabarettist Volker Pispers unterstützt.
(RP 7.11.2009)
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PAPIERLOS
- AUSGEBEUTET - NICHT EXISTENT
Wir
treffen sie an der
Bahnhaltestelle oder an der Kasse im Supermarkt, doch wahrnehmen tun
wir sie
nicht. Über eine 1 Million gibt es laut Schätzungen in Deutschland. Die
Rede ist
von papierlos hier lebenden und meist unter ausbeuterischen Bedingungen
arbeitenden Menschen.
Ihre
Situation und
Möglichkeiten der konkreten Hilfe stehen im Mittelpunkt dieses
politischen Frühstücks
mit folgenden Themen/Fragen:
-
Soziale,
wirtschaftliche, globale Hintergründe, die Menschen in eine solche
Situation
treiben
-
Situation der
papierlos und „illegal“ hier Lebenden
- Bisherige
Erfahrungen in der konkreten Unterstützung der „Papierlosen“
- Aktuelle konkrete
Angebote/Anlaufstellen in Düsseldorf
-
Was muss als
Netzwerk noch weiterentwickelt – kann konkret abgesprochen werden?
Als
Referent wird uns Bernhard Schmid
(Journalist und Arbeitsrechtler) zu den Erfahrungen aus
Frankreich berichten. Dazu gibt es Berichte zu ersten Ansätzen der
konkreten
Hilfe/ Unterstützung in Deutschland.
Sonntag 06.12.09
11:00 Uhr
zakk-Kneipe
Fichtenstr. 40
Veranstalter:
Attac,
stay, ver.di, NGG, VDJ Düsseldorf
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stay! erhält den Düsseldorfer
Friedenspreis
|
Am
01. September 2009 wurde die Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative stay!
e.V. mit dem Friedenspreis der Düsseldorfer Friedensbewegungen
ausgezeichnet. Da die Initiative, nach Angaben der Preisverleiher, zum
sozialen Frieden und Gerechtigkeit in der Stadt beitrage und hinschaue,
wo andere weggucken, handele wo andere zögern, habe sie diese Preis
redlich verdient. Bei der Verleihung im Düsseldorfer Maxhaus sprach
Dominikanerpater Wolfang Sieffert die Laudation und lobte das
Engagement der zahlreichen MitarbeiterInnen der Initiative. Lesen Sie
Auszüge aus seiner Rede:
"Liebe
Mitwirkende bei Stay!, Bert Brecht
schrieb: „Die
im Dunkeln sieht man nicht.“ Sie treten ein und kümmern sich um
Menschen, die
unsichtbar sind, die unsichtbar bleiben müssen, weil sie sich sonst
gefährden. In
Deutschland sind es schätzungsweise eine bis anderthalb Millionen
Personen, die
den Aufenthaltsstatus „unsichtbar“ haben. Für Sie sind sie vor allem
eines: Menschen.
Für sie sind Sie da.
In welchem Land findet das statt, zu
welcher
Gesellschaft gehört Ihr Einsatz?
Als ich 1990 im Kino in Peter Weir´s Film
„Green Card“
(mit Andie MacDowell und Gérard Depardieu) gesehen habe, mit welcher
Vehemenz
in den USA illegal sich Aufhaltende verfolgt werden, da dachte ich:
„Das wäre
bei uns nicht möglich.“, und war stolz, Deutscher zu sein. Nur drei
Jahre
später war ich Seelsorger in einer für unser Land neuen Institution,
einer
Abschiebehaftanstalt. Und wir alle konnten hören und lesen von den
detektivischen Mühen und dem Personaleinsatz, die für das Aufdecken von
Scheinehen
hier bei uns eingesetzt werden.
Natürlich: wir im Mainstream sind alle
keine
Rassisten, erst recht keine Neo-Nazis. Hier ist „in“ und gehört zum
Design fast
jeder Person, vor allem der Erfolgreichen, eine antirassistische
Einstellung vorzuweisen.
Es ist aber dafür nicht nötig, wirklich hinzusehen. Und schon gar nicht
gehört
es zum Persönlichkeitsdesign, sich in Ausländerzentren zu setzen, im
Kulturverein mit türkischen Männern Tee zu trinken, mit Marokkanern bei
einer
Shisha eine Partie Schechmesch zu spielen oder mit Afrikarinnen zu
tanzen. Und
wer, außer manchen Erzieherinnen und Lehrerinnen, die meine größte
Hochachtung
haben, macht sich Gedanken darüber, wie wir in Kontakt kommen können
mit
muslimischen Frauen, die außer beim Einkaufen oder bei der Kinderärztin
nicht
auftauchen?
Ich
frage noch weiter: wie und wo setzt sich unsere Gesellschaft
damit auseinander, wie wir mit Menschen aus anderen Ländern und
Kulturen umgehen?
Es geht nicht nur um geklopfte Sprüche wie „Das Boot ist voll.“ oder
„Ausländer
nehmen uns die Arbeitsplätze weg.“ Der Diskurs über Ausgrenzungen,
Xenophobie
und alles, was dahinter steckt, wird längst nicht zureichend geführt.
Es geht nicht
nur um unterschwellige Ausländerfeindlichkeit in der
Kriminalitätsberichterstattung
und nicht nur um Politiker, die das Wort Rassismus kaum über die Lippen
bekommen.
Es geht auch um sich manchmal sehr
wissenschaftlich
gebärdende Scheingefechte, Diskussionen um „Leitkultur“ oder um
„Multikulturelle
Gesellschaft“ und ob es letztere nun gibt oder ob sie gescheitert sei.
Solche
Auseinandersetzungen dienen, sofern sie nicht in die Tiefe gehen, auch
dem
Nichthinsehen – und erzeugen vor allem eins: sie machen müde und aller
Auseinandersetzung
überdrüssig. Vor allem muss gesehen werden, was wirklich los ist. Das
geschieht
viel zu wenig.
Dagegen steht Stay! Hier
wird etwas getan, und indem es geschieht, zieht es durch die
einzelnen, die es tun, Kreise im persönlichen und sozialen Umfeld und
bis in die
Medien. So bescheiden diese Mittel sind, Stay! setzt etwas gegen
Unsichtbarkeit, Wegsehen und die Kultur bloßer nichtsnutziger Worte.
Wir leben in einer
Gesellschaft, die durch die tägliche Informationsflut verroht und
abgestumpft ist.
Eine Sensation jagt die nächste und es bleibt keine Zeit, richtig zu
begreifen,
geschweige denn, zu verarbeiten. Die Konsequenz ist Gleichgültigkeit
und eine Immunisierung
gegenüber Langzeit-Problemen und latent schleichenden Gefahren. „Es
ändert sich
sowieso nie was. So schlimm ist es nicht. Ich selbst kann schon gar
nichts
dagegen tun!“
So hart es klingt, beim
Thema Fremdenfeindlichkeit und Rassismus ist die Allgemeinheit in
unserem Land nur
schwer zu sensibilisieren und kaum noch zu mobilisieren. Solange nicht
eine
Katastrophe großen Ausmaßes geschieht, halten sich die Menschen die
Ohren fast
zu. Das Thema ist „out“. Die Leute sind übersättigt. Sie haben die
Schnauze
voll. Und wenn sie dann noch sehen, wie Prominente ihre fast schon
mantrahaft
vorgetragenen Bekenntnisse zu Demokratie und Integration aufsagen,
schalten sie
komplett ab. Viele gut gemeinte Aktionen erreichen so fast einen
Gegeneffekt.
Dadurch
war es möglich,
dass wir in den letzten knapp zwanzig Jahren neben vielen schönen
Worten im
Bereich der ausländerrechtlichen Bestimmungen eine Verschärfung
ungeheuren
Ausmaßes erlebt haben. Wer Recht und Würde des Einzelnen nicht hoch
hält und
auch in der juristischen und administrativen Praxis – also in echt! –
Wert
schätzt, zieht nach und nach unserer Gesellschaft den Boden unter den
Füßen
weg, auf dem sie aufgebaut ist. Uns ist klar, dass Sklavenhaltung einer
freiheitlichen,
auf Menschenrechten basierenden Ordnung Hohn sprechen würde; genauso
klar ist zumindest bei uns, dass sich dort, wo Frauen elementare Rechte
vorenthalten werden, eine auf der Menschenwürde aufbauende Kultur in
Luft
auflösen muss. Unklar dagegen ist in unserem politischen Miteinander,
wie
gefährlich für die verfassungsmäßigen Grundorientierungen nicht nur
unterschwelliger bis offener Rassismus und die Alltagsdiskriminierung
ausländischer
Menschen sind, sondern auch die legale Diskriminierung und
Kriminalisierung
einer großen Gruppe hier mit uns lebender Menschen.
Über
Zuwandernde wird gesprochen wie über potentielle
Terroristen. Seit 2001 sind im Gefolge des 9. Septembers sogar vermehrt
Zuwanderungen
zu vermelden, die nicht nur ich für wirklich gefährlich halte, sondern
viele im
alten und guten Sinne liberale Menschen und Verfassungsrechtler. Es
handelt
sich um die Zuwanderung der Sicherheitsparagraphen! Bemühungen um
Integrationsstrukturen haben sich in ein Ringen um
Sicherheitsparagraphen, um
Abschottung, Ausweisung, Abschiebung und Kriminalisierung verkehrt.
Durch eine
Reihe verschiedener Gesetze hat sich nicht
nur unsere Kultur in Geist und Atmosphäre verändert, sondern auch die
faktischen Möglichkeiten, hier legal zu leben. Schengen hat mit seinen
Verträgen Deutschland und Europa zu einer Festung gemacht, die Grenzen
sind für
Flüchtlinge dicht. Asyl wurde in dem Land, das einst Nazis
beherrschten, ein
papierenes Etwas, dem fast jede Wirklichkeit fehlt. In unser Land kommt
jedenfalls so gut wie keine Person mehr hinein, die politischer,
rassischer
oder geschlechtlicher Verfolgung ausgesetzt war. Das verändert eine
Gesellschaft
und höhlt ihre Werte aus.(...)
Es ist auch unser Land,
aus dem der hier geborene Jugendliche abgeschoben wird, dessen Vater
seine
Aufenthaltserlaubnis wegen Fahrens ohne Führerschein verwirkte. Es ist
dieses
Land, in dem immer noch völlig unklar ist, was nach Auslaufen der
Altfallregelung mit ganzen Familien geschieht, die die engen Kriterien
für
einen Daueraufenthalt nicht erfüllen und in dem unsäglichen Status der
Kettenduldungen
gehalten werden.
Vieles
muss sich ändern. Verbesserungen geschehen
nicht von allein, sie setzen Menschen voraus, die sich einmischen und
beteiligen. Sie setzen voraus, dass Beteiligung ermöglicht und
erwünscht ist. Eine
„civil society“ entsteht nicht von allein. Eine Zivilgesellschaft
entsteht,
wenn die Zivilcourage vieler gebündelt wird. Auch deswegen wird heute
Stay!
geehrt, weil es zu wenig Zivilcourage gibt.(...)
Stay!
ist für mich
beispielhaft. Wenn wir die Fundamente unserer Gesellschaft stützen
wollen:
Menschenwürde, Menschenrecht, gegenseitige Achtung und Respekt, dann
braucht es
den bürgerlichen Mut und den Einsatz, den Sie bei Stay! zeigen. Sie,
die Sie Stay!
tragen, leisten vorbildlichen Einsatz, denn Sie tun etwas.
Worte reichen nicht. Es
reicht ja nicht, zu sagen: Ich habe nichts gegen Ausländer. Dieser Satz
wird
mir langsam zum meist gehassten. Wenn wir unsere freiheitlichen Werte
ernst
nehmen und sie nicht langsam aber sicher im Sand verlaufen lassen
wollen, dann
muss es mit Stay! heißen: Ich bin dafür! Ich setze mich für alle
Menschen ein,
die hier leben.
Stay! erhält heute den
Düsseldorfer Friedenspreis. Ich hoffe, dass das für alle, die bei Stay!
mitmachen eine Ermutigung ist und dass der Friedenspreis hilft, Stay!
die
verdiente öffentliche Anerkennung zu verschaffen.
Ich gratuliere Stay! zum
Düsseldorfer Friedenspreis – und ich gratuliere Düsseldorf zu Stay!"
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Bundesweites Treffen der MediNetze in
Freiburg
| Um
sich besser zu vernetzen, von einander zu lernen und um gemeinsame
politische Forderungen effektiv formulieren zu können, trafen sich im
Juni 2009 14 medizinische Flüchtlingsinitiativen aus ganz Deutschland.
Das Treffen in Freiburg diente neben dem Erfahrungsaustausch und der
gegenseitigen Information über laufende Projekte und
erfolgsversprechende Arbeitskonzepte auch dem Kennenlernen und der
Schaffung einer gemeinsamen Platform für weitergehende Kooperationen
wie einem bundesweiten Aktionstag zur medizinischen Versorgung von
Menschen ohne Papiere oder der Ausarbeitung einer informativen
Internetseite. |
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Die Initiative stay! hat in ihrem ersten
Jahr 300 Menschen geholfen
Seit
einem Jahr
gibt es nun schon die Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative stay! e.V. mit
seiner Sozial- und Rechtsberatung und dem MediNetz. In einem Jahr haben
wir über 300 Kontakte mit Migranten und Flüchtlingen gehabt die zu uns
kamen um Hilfe zu erhalten. Einer davon ist Erion Durka: zwei
Jahre war Erion Durka (31) illegal in Deutschland. Jetzt ist er mit
seiner Frau Sarah und Tochter Sharon Vasilika in Düsseldorf
glücklich...
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Erstes
Stay! - Symposium zum Thema "Flüchtlings- und Migrantenmedizin"
Anlässlich unseres einjährigen
Jubiläums haben wir am Samstag den 06. Juni 2009 ein Symposium
an der Universität Düsseldorf veranstaltet, das sich mit der
medizinischen Situation
von Flüchtlingen und Menschen ohne Papiere in Deutschland befasst. Als
Redner waren u.a. das Psychosoziale Zentrum Düsseldorf, sowie Ärze der
missionsärztlichen Klinik Würzburg und des MediNetz Düsseldorf
eingeladen.
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Medinetz
bekommt SPD-Preis
für Bürgerschaftliches Engagement
Sie
schreiben keine
Rechnungen, opfern ihre Freizeit und
sind einfach froh, wenn
sie anderen Menschen helfen
können. Seit Mitte
des Jahres vermitteln die ehrenamtlichen
Mitarbeiter vom Medinetz
Düsseldorf anonym und kostenlos medizinische
Hilfe für Flüchtlinge und Migranten ohne
Aufenthaltsgenehmigung. Jetzt erhielten sie
dafür den verdienten Lohn.
Als einer von insgesamt vier Preisträgern nahmen
sie am Samstag den SPD-Preis für
Bürgerschaftliches Engagement
2008 im Tanzhaus
NRW entgegen. Das
Medinetz Düsseldorf
hatte die sechsköpfige Jury um Karin Kortmann
überzeugt, da die Organisation
zentrale
gesellschaftspolitische Fragen ins öffentliche
Bewusstsein rückt.
In
einer wöchentlichen
Sprechstunde stellen die Mediziner, Ärzte
und Studenten vom Medinetz den
Kontakt zu Ärzten her,
die sich bereit erklärt haben,
Flüchtlinge und
Migranten anonym und kostenlos oder
kostengünstig zu behandeln. Denn
aus Angst vor Abschiebung
sei ein regulärer Arztbesuch für diese Menschen
nicht möglich, so
Dr. Alex Rosen, Kinderarzt
und Mitarbeiter beim Medinetz
Düsseldorf. Jetzt
diesen Preis zu bekommen, sei
etwas ganz Besonderes. Und
obwohl das nicht der
Grund für ehrenamtliches Engagement gewesen ist,
sind sich alle Preisträger einig:
„Wir freuen uns
wirklich sehr, dass man unsere Arbeit
so wertschätzt.“
(gekürzt
aus RP 8.12.2008)
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Semras
Geschichte
Die
junge Roma-Frau Semra Idic (19 Jahre) hat am 26.
November im Düsseldorfer Kulturzentrum „zakk“ aus ihrem Buch
vorgelesen. Ein
nur kleines, aber um so mehr interessiertes Publikum hing an den Lippen
der
jungen Frau, die in ihren wenigen Lebensjahren bereits mehr Dramen
erlebt hat,
als andere bis ins hohe Alter. „Wenn nicht sogar sehr – Meine
Geschichte
unserer verhinderten Abschiebung“, so der Titel, macht exemplarisch am
Beispiel
des eigenen Schicksals auch auf die Lage der über 200.000 anderen
Flüchtlinge
in Deutschland aufmerksam (NRhZ berichtete mehrfach). „Ihr sollt
wissen, dass
das, was uns angetan wurde, nicht besonders schlimm war im Vergleich zu
anderen
Fällen“, trug Semra mit Leidenschaft vor und las darauf das Kapitel
„Auch andere
müssen leiden“. Semra erzählte unter der Moderation von Ko-Autor Hubert
Ostendorf von der Obdachlosenhilfe „fiftyfifty“, der die Kampagne gegen
die
Abschiebung im Wesentlichen organisiert hatte, auch von der Kraft der
Solidarität. Semra wörtlich: „Ohne die Unterstützung vieler Menschen
und ohne
Asyl in fünf Kirchen hätten wir es nicht geschafft.“ Die etwa 20
ZuhörerInnen,
die am Ende alle ein Buch von Semra kauften, waren beeindruckt von der
Geradlinigkeit und Ausdauer der jungen, sympathischen Frau, aber auch
von ihrem
Respekt selbst Gegnern gegenüber. Semra, die gerade erst den
„Initiativenpreis“
von „Jugendliche ohne Grenzen“ bei der Wahl des schlimmsten
Abschiebeministers
in Potsdam von Schauspieler Jochen Senf erhalten hatte, sparte nicht
mit Kritik
an dem verstorbenen Oberbürgermeister Düsseldorfs, Joachim Erwin, der
wahrheitswidrig behauptet hatte, die Familie sei kriminell – der Vater
wurde
mit diesem Argument vor drei Jahren zu Unrecht in ein Elendsghetto nach
Südserbien abgeschoben. „Mein Buch soll helfen, ihn zurückzuholen“, so
Semra
mit Pathos. Auch Landesvater Dr. Jürgen Rüttgers, den Semra zu ihrer
Lesung
eingeladen hatte, bekam sein Fett weg. In dem vorgetragenen Kapitel
„Der
Händedruck der Hoffnung“ zeigt die junge Autorin, wie der
Ministerpräsident das
Schicksal der Familie für seine persönliche PR missbraucht hatte, ohne
sich um
das in Aussicht gestellte Bleiberecht zu kümmern. Semra hätte Herrn
Rüttgers
gerne mit ihrer Enttäuschung konfrontiert. Doch Rüttgers hatte – wieder
einmal
– abgesagt, für den Tag der Lesung und „auf Sicht“ habe er keine Zeit.
In der
Fragerunde, die Hubert Ostendorf mit dem berühmten Satz „Kein Mensch
ist
illegal“ des Shoa-Überlebenden Elie Wiesel (Jahrgang 1928) einleitete,
spielte
auch das Vorwort von Nobelpreisträger Günter Grass eine Rolle –
vorgetragen von
Streetworker Oliver Ongaro, der das erste Kirchenasyl für die Familie
organisiert hatte und – wie Semra – zu den Gründungsmitgliedern der
Flüchtlingshilfe „Stay!“ gehört, der Semra den Reinerlös aus dem
Verkauf ihres
Buches zukommen lässt.
Am Ende gab sie eine Sammelbüchse herum, um für ihren notleidenden
Verein etwas
Geld zu bekommen. Und natürlich gab es jede Menge Respekt für den
gewonnenen
Kampf der „Jeanne d’Arc gegen das Unrecht der Abschiebung, einer
Tochter von
Mutter Courage“, wie Hubert Ostendorf bei der Überreichung eines großen
Blumenstraußes unter dem Applaus des Publikums sagte.
Georg Lehner
Der
Verlag des Straßenmagazins „fiftyfifty“, das die
Kampagne gegen die Abschiebung von Familie Idic koordiniert hat, hat
das Buch
von Semra herausgeben (ca. 140 S., einige Fotos, Hardcover Leinen m.
Schutzumschlag): 18,90 Euro zzgl. Versand. Ein engagiertes
Weihnachtsgeschenk.
Bestellungen
unter 0211/9216284
oder per email: info@fiftyfifty-galerie.de
Der
Reinerlös aus dem Verkauf kommt
der von Semra mitgegründeten Flüchtlingsinitiative "Stay!" zu Gute.
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Stay! eröffnet sein Büro
Am
Donnerstag, 5. Juni 2008, begann der Verein stay! Düsseldorfer
Flüchtlingsinitiative mit seiner Arbeit. Aus diesem Anlass haben wir
zur Pressekonferenz um 11.00 Uhr in unseren Räumlichkeiten Hüttenstraße
150 in Düsseldorf eingeladen. Anwesend waren viele Unterstützer des neu
gegründeten Projekts wie Stadtdechant Msgr. Rolf Steinhäuser, Hubert
Ostendorf, Herausgeber fiftyfifty, Dr. Siegfried Joel und
Sibylle Werkmeister, MediNetz Düsseldorf, Mitarbeiter/innen von McCann
Erickson, Werbeagentur, Semra Idic, ehem. Betroffene, Christian
Arnold, für die Ev. Kirche - Diakonie u.v.a.
Die Idee stay! zu gründen entstand beim Kampf um das Bleiberecht von
Familie Idic.Der Verein wird Menschen, die aufgrund ihrer
Migrationsgeschichte Schwierigkeiten haben, ihre Lebenssituation
menschenwürdig zu gestalten, professionelle Hilfe zur Seite stellen.
Dabei steht die Vernetzung mit anderen Fachstellen und Organisationen
der Flüchtlings- und MigrantInnenhilfe im Mittelpunkt der Arbeit.
Darüber hinaus ist das Anliegen die Öffentlichkeit über die
Hintergründe von rassistischer Diskriminierung, Flucht, Abschiebung,
Integrationsprozessen und kultureller Vielfalt zu informieren. „Wir
wollen vor allem den Menschen eine Stimme geben, die sonst keine
haben“, erklärt Nicole Tauscher, die für die Sozialberatung bei stay!
zuständig ist.
Das erste wichtige Projekt von stay! ist MediNetz, ein von Ärzten ins
Leben gerufenes medizinisches Versorgungsnetzwerk für Migrantinnen und
Migranten ohne Papiere. Es soll Menschen ohne gültigen
Aufenthaltsstatus einen Zugang zu Gesundheitsleistungen ermöglichen.
„Als Mediziner können wir diese humanitäre Katastrophe vor unserer
eigenen Haustür nicht länger hinnehmen und haben deshalb beschlossen,
ein Nothilfeprojekt zu gründen“, erläutert Dr. Alex Rosen, von
MediNetz.
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