Benefiz-Kunstausstellung zum 10. Geburtstag von STAY!

Kaum zu glauben, aber es stimmt wirklich: In diesem Jahr wird die Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative STAY! e.V. 10 Jahre alt! Das ist für uns einerseits Anlass zum Feiern, andererseits aber auch Anlass zur Sorge um die Zukunft unserer Klientinnen und Klienten, denn auch bei uns geht das Spendenaufkommen, mit dem wir unsere Arbeit finanzieren,zurück.  Aus beiderlei Anlässen veranstalten wir vom 8. bis 24. Juni 2018 eine Benefiz-Kunstausstellung, bei der Sie und Ihr Kunst erwerben und gleichzeitig unsere Arbeit unterstützen können bzw. könnt. Fiftyfifty-Galerie, Jägerstr. 15, 40231 Düsseldorf. Öffnungszeiten: Mo – Fr von 11 – 17 Uhr, Sa 14 – 17 Uhr.

Informationen zu Künstler/inne/n, Werken und Preisen

Geboten werden Werke namhafter Künstlerinnen und Künstler wie z.B. Candida Höfer, Thomas Ruff, Thomas Rentmeister oder Katharina Sieverding; auch signierte Plakate von Andreas Gursky stehen – professionell gerahmt – zum Verkauf. Besonders freuen wir uns darüber, dass auch jüngere Künstlerinnen und Künstler, wie z.B. Barbara Hlali, Andreas Langfeld oder Bastian Hoffmann die Ausstellung mit Beiträgen unterstützen. So reicht die Bandbreite der Kunst, die zum Verkauf steht, vom kleineren (400,- €) bis zum größeren (4500,- €) Geldbeutel. Bereits die Eröffnung der Ausstellung mit vielen Künstlern, Kunstinteressierten und Unterstützern von STAY! war ein großer Erfolg und einige Kunstwerke sind bereits verkauft.

RP Artikel

Express

report-d

Wie alles begann… aus dem Kampf für das Bleiberecht von Familie Idic gründete sich STAY!

Eine Düsseldorfer Familie

Vorne: Mutter Resmi, Tochter Vesna mit Ricardo auf dem Arm und Vater Vlasta. Hinten steht der 18-jährige Ediyan, der heute als Küchenhilfe arbeitet. Am Tag seiner Einschulung wurde er vielen im Land bekannt, weil der damalige Ministerpräsident Jürgen Rüttgers ihn für sein Ritual zum Schulstart an die Hand nahm. RP-Foto: Andreas Bretz

VON GÖKÇEN STENZEL/Rheinische Post

Was machen Semra und ihre Geschwister heute? Vor zwölf Jahren nahm ganz Düsseldorf Anteil an ihrem Schicksal.

Ein Haus in der Altstadt. Die Fassade sieht bröckelig aus, die Gitter vor den blinden Fenstern schützen leere Zimmer dahinter. Es soll bald abgerissen werden, deshalb sind fast alle Bewohner ausgezogen. Drinnen wartet ein trister Hausflur, durch die Luken sickert graues Licht. Nichts deutet darauf hin, dass die Geschichte der Familie, die hier als einziger Mieter auf einer der oberen Etagen verblieben ist, an Spannung schwer überboten werden kann.

„Wir ziehen auch bald aus“, sagt die 23-jährige Vesna Idic, nachdem sie den Gast in die gemütliche Wohnung geführt hat, die die Familie bewohnt. Die junge Frau ist der lebende Kontrast zu dem tristen Haus: Vital und gut gelaunt ist sie. Ihre Augen leuchten, wenn sie ihr Söhnchen Ricardo anschaut. „Die katholische Kirche“, erzählt Vesna weiter, „ist Eigentümer dieses Hauses und möchte hier etwas anderes hinbauen.“ Idic und die Kirche sind also noch immer eng miteinander verbunden. Doch davon später mehr.

Vesna: „Ich selbst habe zwar längst eine eigene Wohnung. Aber mein jüngerer Bruder, der hier wohnt, und meine Eltern suchen noch.“ Die Eltern, das sind der 51-jährige Vater Vlasta und seine 48-jährige Ehefrau Resmi, ein Paar, das fünf Jahre zwangsgetrennt war. Sie waren serbische Kriegsflüchtlinge, doch nicht das Gewirr des Krieges auf dem Balkan trennte sie, sondern der deutsche Staat. Da war der Krieg vorbei. „Es war furchtbar“, sagt der Vater heute, während er auf seiner Couch sitzt. Die dunklen Augen blicken nachdenklich durch die Brillengläser, auf den laufenden, stumm gestellten Fernseher achtet niemand. „Ich verstand die Welt nicht mehr.“ Continue reading

Strafverfahren wegen Aufruf zur Sitzblockade eingestellt

Das Strafverfahren gegen Torsten Nagel und Mischa Aschmoneit wegen des Aufrufs zu einer Sitzblockade anlässlich der Proteste am Oberbilker Markt gegen die extrem rechten „Republikaner“ am 19.3.2016 ist gegen die Zahlung von jeweils 300 Euro an STAY! eingestellt worden.

NRZ

report-D

Geldstrafe über 8800 Euro wegen Aufrufs zu Aktionen des zivilen Ungehorsams gegen extrem rechte und rechtspopulistische Parteien – STAY! solidarisiert sich mit Mischa Aschmoneint und Torsten Nagel

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat Strafbefehle in Höhe von insgesamt 210 Tagessätzen à50 Euro verhängt. Torsten Nagel, zum damaligen Zeitpunkt Geschäftsführer der Falken Düsseldorf und Mischa Aschmoneit, Programmplaner im Kulturzentrum zakk, werden anlässlich der Proteste am Oberbilker Markt gegen die extrem rechten „Republikaner“ am 19.3.2016 die „Störung einer Versammlung“ sowie – wegen einer Sitzblockade – „Landfriedensbruch“ vorgeworfen.

In erster Instanz sind Mischa und Torsten zu über 8800 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Das Berufungsverfahren wird am Freitag, 9.3. am Landgericht eröffnet. Die beiden Beschuldigten sehen in Aktionen des zivilen Ungehorsams legitime Formen des Protests. DSSQ hat als ein breites Bündnis von Initiativen, Gewerkschaften und Parteien immer und auch bei den Protesten am Oberbilker Markt dazu aufgerufen, sich Neonazis und RassistInnen in den Weg zu setzen oder zu stellen. Wie üblich bei Aktionen von DSSQ wurde deutlich darauf hingewiesen, dass die Aktionen sich nicht gegen die Polizei richten.

Das Kulturzentrun zakk und die Düsseldorfer Falken, in Person von Mischa und Torsten sind langjährige Kooperationspartner von STAY!, u.a. wurde in gemeinsamen Projekten das “no border”-Buch, die gleichnamige Band und die “no border” Straßenbahn umgesetzt.

Betroffene Flüchtlinge berichten über das Schicksal ihrer Familienangehörigen

Ahmad und Rajaa vermissen ihre Kinder und ihre Familien

STAY! kritisiert geplante Regelung zum Familiennachzug
Der Familiennachzug ist im Moment das bundespolitische Thema. Die betroffenen Menschen kommen nur meistens gar nicht zu Wort. Rajaa Kabtoul und Ahmad Kurdi, die beide aus Syrien flüchten mussten, berichten über das Schicksal ihrer Familienangehörigen.

Der Mann von Rajaa Kabtoul wurde bei einem Granatenangriff getötet, ihre achtjährige Tocher verletzt, trotzdem dürfen Tochter und Sohn nicht zur Mutter nach Deutschland nachkommen.  Der Vorort von Damaskus, in dem die Kinder leben,war zeitweise schweren Bombardements ausgesetzt.
Die Familie von Ahmad Kurdi lebte bis vor wenigen Monaten in Aleppo, mehrfach hat er versucht, einen Botschaftstermin für die Ausreise seiner Familie zu bekommen. Schließlich zerstörte ein Bombenangriff das Haus der Familie in Aleppo, die sich in die Türkei retten konnte. Auch Ahmad Kurdi darf sein Familie nicht nach Deutschland holen.
„Mit der weiteren Verzögerung und Einschränkung des Familiennachzugs verstoßen wir gegen das Grundgesetz und die Grundwerte unserer Gesellschaft, den Schutz der Familie“, erklärt Oliver Ongaro von der Flüchtlingsinitiative STAY!

Über die zerstörten Hoffnungen und den Horror, seine Familie nicht in Sicherheit zu wissen,
berichten die beiden Betroffenen hier:

Express

Bericht WDR Lokalzeit

RP online

report-d

Die Söhne von Ahmad Kurdi, Mohammed Zein (7, l.) und Hussni (6), leben momentan mit ihrer Mutter ohne offiziellen Aufenthaltsstatus in der Türkei. (Bild rechts) Rajaa Kabtouls Kinder Eman (9, l.) und Momen (10) sind noch in Syrien.